Die ökonomische Bedeutung der Weinwirtschaft

v.l.n.r.: Christian Zechmeister - GF Wein Burgenland, Andreas Liegenfeld - Präsident bgld Weinbauverband, LRin Verena Dunst - Agrarlandesrätin, Matthias Siess - Obmann Wein Burgenland

Jeder 17. Arbeitsplatz im Burgenland durch Weinwirtschaft gesichert

Die Weinwirtschaft hat eine nicht unerhebliche Bedeutung für die Volkswirtschaft Österreichs. Um den oft unterschätzten Beitrag dieser Branche zur österreichischen Gesamtwirtschaft zu erheben, wurde von der Österreich Wein Marketing eine wissenschaftliche Untersuchung beim Institut für Höhere Studien (IHS) in Auftrag gegeben. Mithilfe der von der Forschungsgruppe Unternehmen, Branchen und Regionen entwickelten Multiregionalen Input-Output-Analyse wurde die „Ökonomische Bedeutung der Weinwirtschaft für Österreich“ in Bezug auf Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen abgeschätzt und quantifiziert. Zusätzlich zu den nationalen Ergebnissen wurde für das Burgenland die inter- und intraregionalen ökonomischen Effekte für 4 Untersuchungsbereiche quantifiziert.

234 Mio. Euro Bruttowertschöpfung im Burgenland 2014 trotz sehr kleiner Ernte

Auch wenn die rein agrarische Produktion von Wein gegenüber dem Vergleichsjahr 2004 aufgrund einer Serie unterdurchschnittlicher Ernten seit 2010 wenig Dynamik zeigt, sind die gesamtwirtschaftlichen Effekte der steilen Karriere des Weins in Österreich durchaus bemerkenswert. Unter Berücksichtigung direkter Effekte (Wirkungen, die z.B. unmittelbar bei den Weinherstellern entstehen) und indirekter Effekte (Erfassung der Vorleistungskette und nachgelagerter Bereiche) und induzierter Wirkungen (z.B. Konsum der direkt und indirekt Beschäftigten) generierte der Wein in Österreich im Jahr 2014 eine Bruttowertschöpfung von rund 3,6 Milliarden Euro. 

Im Burgenland wurden etwa 234 Mio. Euro entlang der Wertschöpfungskette generiert. Das bedeutet, dass die gesamte durch die Weinwirtschaft ausgelöste Bruttowertschöpfung bei 3,4% der Burgenländischen Gesamtwertschöpfung lag. Im Burgenland sichert die Weinwirtschaft über 7.400 Arbeitsplätze, dies macht 6,04% der burgenländischen Beschäftigten im Jahr 2014 aus.

Profiteure der Weinwirtschaft: Fiskus, Handel, Gastgewerbe & Tourismus

40% der Wertschöpfung und 35% der Beschäftigung der mit Wein zusammenhängenden Wirtschaft liegen außerhalb der vier Weinbundesländer. Insgesamt wurden 2014 mehr als 75.000 Arbeitsplätze durch die Weinwirtschaft gesichert, was 1,6% der österreichischen Beschäftigten ausmachte. 

Betrachtet man ausschließlich das Burgenland, so lässt sich klar sagen, dass neben der Weinproduktion (agrarische Weinproduktion sowie Herstellung von Traubenwein) die stärksten positiven Effekte in den Bereichen Handel, Gastgewerbe und Tourismus entstehen. Alleine durch den Weinhandel und Wein im Gastgewerbe wurde eine Bruttowertschöpfung von 177 Mio. Euro generiert.

Auch der Fiskus konnte sich die Hände reiben: Selbst nach Abzug diverser Subventionen, die 2014 in Summe immerhin 230,6 Mio. Euro ausmachten, flossen konsolidiert mehr als eine Milliarde Euro an Steuern und Abgaben an die öffentliche Hand zurück. Auch die öffentliche Hand im Burgenland zählt hier zu den Profiteuren. Nach dem Finanzausgleich erhielt das Land Burgenland 5,7 Mio. Euro an Steuern und Abgaben, die burgenländischen Gemeinden 5,8 Mio. Euro.

Positive Entwicklung durch Qualitätsorientierung und penible Arbeit

„Wie bereits der österreichische Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager klar dargestellt hat, lässt es sich eindeutig dokumentieren, dass der Durchschnittsverdienst in der agrarischen Weinproduktion deutlich gestiegen ist, während der Anteil der Subventionen an der Wertschöpfung deutlich zurückgeht. Diese positive Entwicklung war nur durch die penible und qualitätsorientierte Arbeit der heimischen Winzer und Winzerinnen möglich. Die Österreich Wein Marketing und auch die Wein Burgenland haben hierbei die Winzer und Winzerinnen tatkräftig unterstützt und somit auch einen Anteil an dieser Erfolgsgeschichte beigetragen“, erklärt der burgenländische Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld.

„Die IHS-Studie zeigt klar die hohe Bedeutung der Weinwirtschaft für unser Bundesland. Die Weinwirtschaft ist mit Sicherheit eines unserer Aushängeschilder und leistet nicht nur einen erheblichen Teil der Wertschöpfung, sondern ist auch als Imagebringer und Botschafter im In- und Ausland nicht mehr wegzudenken. Die heimischen Winzerinnen und Winzer sowie die Marketingorganisationen leisten hier eine tolle Arbeit. Für uns gilt es, diesen erfolgreichen Weg auch in Zukunft weiter zu gehen“, so eine stolze Agrarlandesrätin Verena Dunst.

Christian Zechmeister, Geschäftsführer der Wein Burgenland ergänzt, „dass die Weinwirtschaft auch eine wichtige Rolle als Arbeitgeber innehat. Mehr als 7.400 Arbeitsplätze in Personenjahren gerechnet, haben einen Zusammenhang mit Wein. Dies bedeutet, dass jeder 17. Arbeitsplatz im Burgenland durch die Weinwirtschaft gesichert wird. Für eine kleine Branche wie die Weinwirtschaft ist dies ein immens hoher Wert!“

Inhalt teilen: