Jahrgang 2020: frisch – fruchtig – ein burgenländischer Jahrgang

©Leithaberg DAC

Aus Sicht von Winzer Gernot Heinrich schließt sich der Jahrgang 2020 qualitativ nahtlos an die drei großartigen Vorgängerjahrgänge an. Ein gemäßigter Witterungsverlauf übers Jahr hatte einen sehr positiven Einfluss auf eine sehr balancierte Reifeentwicklung.

 

Durch die sehr geringen Regen- und Schneefälle im Winter wurde das Jahr mit einer trockenen Phase eingeleitet. Durch ausreichend Regen ab Mai war jedoch eine gute Wasser-Versorgung sichergestellt. Der Sommer war dann sehr warm und durch regelmäßige Niederschläge konnten die Trauben in Ruhe zur Reife gelangen. Trotz der gemäßigten Wetterbedingungen blieb auch 2020 nicht zur Gänze von Wetterkapriolen verschont. Ende August ging ein Hagelschauer über das Mittelburgenland und den Eisenberg nieder und hinterließ unterschiedlich starke Schäden. „Finanzieller Schaden durch die Unwetter werden von der Hagelversicherung zwar gedeckt, aber wir wollen einen Wein ‚fexna‘, wie man in der Mundart sagt, damit wir ‚was Gutes zum Trinken‘ haben“, so Winzer Thomas Wachter. 

Sehr zur Freude der Winzer konnten bei der Haupternte perfekt physiologisch reife Trauben gelesen werden. Nun galt es lediglich auf Botrytis, jener Edelpilz, der Süßweine zu etwas Besonderem macht, zu warten. Der Pilz bringt die Trauben zum Schrumpfen – der starke Regen im Oktober und November erschwerte dies und die Trauben mussten in geringeren Mengen in mehreren Selektionen pro Weingarten geerntet werden. Süßweinspezialisten wie Gerhard Kracher freuen sich jedoch auf eine herausragende Qualität, bedingt durch enorme Frucht und frische Säure.

Summa summarum fiel die Erntemenge 2020 etwas unter dem Jahresdurchschnitt aus, jedoch mit völlig gesunden und physiologisch reifen Trauben in sehr guter Qualität. Laut der 3. Vorschätzung der Statistik Austria (Stand Oktober 2020) wurden im Burgenland gesamt 67 Millionen Liter in die Keller gebracht. Durch die warmen Temperaturen am Tag, die kühlen Nächte und dem ausreichenden Niederschlag haben sowohl Rot-, Weiß- als auch Süßweine ein gemeinsames Merkmal: ein ausgewogenes Frucht-Säure-Spiel. Die aromatischen Weißweine verführen durch viel Frucht und Extraktsüße sowie pikante Säure. Diese Eigenschaften verleihen ihnen sofortiges Trinkvergnügen als auch Lagerfähigkeit.

Die reifen, weichen Tannine wirken bei den Rotweinen eher süßlich als adstringierend, meint Christoph Münzenrieder. Die Weine bestechen durch Farbtiefe, präzise Frucht und perfekte Eleganz. Die moderaten Alkoholwerte passen gut zum Trend der vergangenen Jahre und erhöhen das Trinkvergnügen.


WAS WINZER ZUM JAHRGANG 2020 MEINEN......

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Frank Schindler, Esterhazy Wein | Trausdorf 2020 startete ohne Niederschlag bis in den April hinein. Es folgte ein gemäßigter Witterungsverlauf mit intensiver Weingartenarbeit in der Jahresmitte. Ab September konnten wir voll reife, kerngesunde und kleinbeerige Trauben mit moderaten Zuckerwerten ernten. Für das Weingut Esterhazy ist 2020 daher ganz klar ein Spitzenjahrgang. 

Weisswein: Die Burgundersorten wie Chardonnay und Pinot Blanc haben von den moderaten Zuckereinlagerungen und hohen Säurewerten stark profitiert und zeigen bei Fassproben eine tolle Spannung. Beim Sauvignon blanc konnten wir in mehreren Lesedurchgängen eine perfekte Balance zwischen Reife, Frische und Knackigkeit bei voller Frucht erzielen. 

Rotwein: Bei einer recht entspannt und linear ablaufenden Ernte hatten wir den Mut, die spät reifenden Rebsorten, allen voran Blaufränkisch, erst nach der Regenperiode Mitte Oktober zu ernten. Durch den kühlen Witterungsverlauf haben wir fantastische, physiologisch perfekt reife Trauben mit hohen Extraktwerten gelesen, die uns im Keller bereits jetzt viel Freude machen.


Kurt Feiler, Weingut Feiler Artinger | Rust Das Weinjahr 2020 hat Spitzenweine in der ganzen Breite der Trilogie gebracht: Weiss trocken – Rot und Anfang Dezember auch edelsüße Weine (Ruster Ausbruch). Aufgrund der nicht zu extremen Temperaturen im Sommer zeichnen sich die Weine nicht nur durch Ihre Fülle sondern besonders durch Frische und Frucht aus. 


Bernhard Fiedler, Weingut Grenzhof | Mörbisch am See 2020 ist ein besonderer Jahrgang. Auf ein sehr trockenes Frühjahr folgte ein Sommer ohne große Hitzewellen mit ausreichend Regen und vielen kühlen Nächten. Gemeinsam mit dem schönen Septemberwetter sorgte das für gesunde, reife Trauben mit intensiver Aromatik und schöner Säurestruktur.

Die Weißweine präsentieren sich duftig und lebendig, die Roten besitzen Tiefgang und eine ausgewogene Tanninstruktur und mit etwas Geduld konnten auch sehr gut balancierte Süßweine gelesen werden.


Christoph Gratl, Weingut Familie Gratl | Eisenberg So schwierig und herausfordernd das Jahr 2020 in vielen Bereichen des Lebens war, umso unkomplizierter war es im Weingarten! Reife, gesunde Trauben, die ein vielversprechendes Rotweinjahr erwarten lassen.


Gernot Heinrich, Weingut Heinrich | Gols 2020 schließt aus unserer Sicht qualitativ nahtlos an die drei großartigen Vorgängerjahrgänge an. Ein sehr gemäßigter Witterungsverlauf übers Jahr hatte einen sehr positiven Einfluss in Richtung sehr balancierte Reifeentwicklung. Es gab zwar eine extrem trockene Phase über den Winter davor bis ins Frühjahr hinein, danach aber ab Mai relativ gleichmäßig verteilte Niederschläge bis zum Herbst, die auch für unsere jüngeren Reben eine ausreichende Versorgung sicherstellten.  Auch blieb die extreme Hitze über den Sommer wie z.B. 2017 oder 2018 aus und eine vitale Säure dadurch erhalten, die Trauben konnten „in Ruhe“ zur Reife gelangen und die Zucker bzw. Alkoholwerte kamen im moderaten Bereich zum Liegen.  

Die Weine sind geprägt von einer eher kühleren Eleganz, einer präsenten aber nicht zu vorlauten Frucht, feinkörnigen Gerbstoffen, die auch bei längerer Extraktion nie ins Bittere oder Derbe abgedriftet sind,  und einer feinfühlig anregenden Säure, die auch schon jetzt in den Jungweinen  sehr animierend wirkt. Die Erträge waren eher unterm Durchschnitt, die kleinen und lockerbeerigen Trauben sorgen für die nötige Struktur, den Körper und die Langlebigkeit, alles in allem für uns ein spannender Jahrgang der uns noch viel Trinkvergnügen bereiten wird.


Clemens Reisner, Weingut Hans Igler | Deutschkreutz Kleine Ernte, große Qualität! Die Weine versprechen dunkle Farbe, sehr viel Finesse und feine Tannine. Ich freu mich schon auf die Weine jetzt in der Flasche aber auch in 10 Jahren.


Andi Kollwentz, Weingut Kollwentz | Großhöflein Die Weinlese begann am 14. September, etwas später als die letzten Jahre und selbst die dichtbeerigen Sorten waren heuer ausgesprochen gesund. Die Lese ging rasch voran und so konnten wir die Hauptlese am 5. Oktober abschließen. Der Chardonnay brachte hochreife, würzige Weine mit gut eingebundener Säure. Der Ertrag bei den Rotweintrauben war mit knapp 35 hl/ha sehr niedrig, die Qualität sehr hoch, mit reifen Tanninen und elegantem Fruchtschmelz.

Die nachfolgende Regenperiode war für die Entwicklung der Edelfäule zuträglich. Einige trockene Tage mit Sonne und Wind gaben den Ausschlag, um die Trilogie (weiß, rot, süß) komplett zu machen. Am 18. November haben wir bei traumhaftem Herbstwetter das Weinjahr 2020 mit einer Beerenauslese vom Chardonnay abgeschlossen.


Gerhard Kracher, Weinlaubenhof Kracher | Illmitz Ein Jahr wie kein anderes! Nach einem trockenen und schönen September folgten einige Niederschläge, die die Botrytis perfekt gedeihen ließen. Die Ernte für Süßwein war sehr lange, da sich die Botrytis in Schüben entwickelte und nicht jede Lage und Sorte gleichzeitig erfasste. Somit haben wir in bis zu 4 Selektionen pro Weingarten von Mitte Oktober bis kurz vor Weihnachten unsere Botrytis-Weine eingebracht. Die Qualität war herausragend und wird in die Geschichte der ganz großen Süßweinjahrgänge eingehen.  Zum krönenden Abschluss wurde am 11.1. bei -7,5C noch Eiswein geerntet.


Reinhold Krutzler, Weingut Krutzler |Deutsch Schützen 2020 war vom Wetter sehr positiv geprägt, dieses macht den Jahrgang sehr spannend. Bei unseren Rotweinen zeichnet sich der Jahrgang für sehr feine, elegante und fruchtige Weine aus. Mit einem sehr schönen, ausgeprägten Körper und einem eleganten Finish.


Stefan Landauer, Weingut Landauer | Rust Ein weiteres großes Weinjahr reiht sich ein in die letzten Spitzenjahrgänge. Eine etwas spätere Weinlese und kühlere Nachttemperaturen während der Reifezeit sorgen für viel Frische und Aromatik bei den Weiß- und Rotweinen. Der Sommer (mit nicht zu heißen Spitzentemperaturen) sorgte für optimale Assimilation und Entwicklung der Trauben. Aromatisch, charaktervolle Weißweine und kräftige Rotweine sind zu erwarten. Anfang November war der große Leseabschluss mit unserem ersten Ruster Ausbruch DAC (aus den Sorten Gewürztraminer und Pinot Blanc).


Georg Menitz, Weinbau Menitz | Leithaprodersdorf Der Jahrgang 2020 ist beim Weißwein ein sehr fruchtiger trinkfreudiger Wein und der Rote zeichnet sich mit tiefdunkler Farbe und animierender Frucht aus.


Hans Moser, Weingut Hans Moser | St. Georgen Ein trockener Winter und Trockenheit beim Austrieb waren der Anfang für die Vegetationsperiode 2020. Doch dann gab es in St. Georgen am Leithagebirge genügend Regen bis zur Reifezeit. Eine verzettelte Blüte hat die Vielschichtigkeit der Weißwein-Aromate gefördert. Für Rotweine gab es genug Sonne – heuer war die Laubarbeit wieder sehr wichtig für eine gute Reife.  

Insgesamt ein sehr guter Jahrgang für Weiß und Rot sowie einer sehr guten Spätlese für uns in St. Georgen am Leithagebirge.


Christoph Münzenrieder, Weingut PMC Münzenrieder | Apetlon Da 2020 im Gebiet Neusiedlersee nur wenige wirklich heiße Tage hatte und die Nächte auch relativ kühl waren, ist es ein sehr fruchtbetonter Jahrgang. Der Erntezeitpunkt war später als in den letzten Jahren, was sich durch die längere Vegetationszeit positiv auf die Dichte und Fülle der Weine auswirkt. Die hohen Extraktwerte verleihen den Weinen eine tolle Süße. Diese wird wiederum von einer knackigen Säure unterstützt, welche den Weinen eine unglaubliche Eleganz verleiht. Die Weine sind in allen Kategorien blitzsauber in der Frucht- und Sortenausprägung.

Weißweine: Tolle, helle, grüne Farbnuancen, sehr viel Frucht (besonders die Aromasorten); schöne Extraktsüße mit pikanter Säure. Burgundersorten, wie Chardonnay sind durch etwas höhere aber reife Säurewerte sehr elegant.  

Rotwein: Tiefdunkle violette Farbe, sehr Sortentypisch von Pinot Noir bis hin zu den kräftigen Bordeauxsorten. Zweigelt ist sehr fruchtsüß und schon jetzt sehr gut antrinkbar. Die Tannine sind auch vollreif und eher süß als adstringierend. Auch hier verleiht die Säure den Weinen Eleganz.

Botrytisweine: Wie bei den Weißweinen, sehr schöne helle Farbnuancen. Viel Frucht und Körper. Durch die Säure wieder eine perfekte Eleganz.


Andreas Nittnaus, Gebrüder Nittnaus | Gols 2020 war späteste Jahrgang seit langem was den Reifzeitpunkt der Trauben betrifft.  Die damit verbundene kühlere Witterung hat zu sehr aromatischen Weißweinen geführt mit guter Säurestruktur. Die Rotweine sind elegant, gut strukturiert und haben gute Frucht-Präzision. Die Botrytis hat sich sehr gut auf Scheurebe und Muskat Ottonel entwickelt und zu einer guten Zucker-Konzentration und zu gleichzeitig außergewöhnlich hohen Säure geführt.


Christina Prickler, Rotweingut Prickler | Lutzmannsburg Wir sind begeistert von der Traubenqualität im heurigen Jahr! Nach der anfänglichen Trockenheit im März und April konnten sich die Reben im anschließenden regenreichen Mai so richtig vollsaugen. Durch die warmen Temperaturen und die ausgeglichenen Sonnen- und Regentage entwickelten sich von der Blüte bis zur Lese vollreife, fruchtintensive und extraktsüße Trauben. Die Traubenlese begann etwas später als in den letzten Jahren, jedoch genau zu der Zeit, die als Durchschnitt gilt. Von Mitte September bis Mitte Oktober wurden die verschieden Traubensorten in den Keller geholt. Gestartet wurde mit den Sorten Welschriesling, Pinot Noir und Zweigelt. Danach folgten Blaufränkisch und Merlot, ganz zum Schluss der spätreifende Cabernet Sauvignon.

Unsere Weißweine sind dieses Jahr wieder sehr fruchtig und elegant und trinkanimierend. Die Rotweine ebenfalls sehr fruchtig und elegant, teilweise auch immens intensiv. Bei den Weißweinen darf man sich in den kommenden Wochen bereits aufs Probieren freuen, die Roten verweilen noch eine Weile in unserem Keller, wo sie zu ihrem vollen Potential heranreifen. 


Hannes Reeh, Weingut Reeh | Andau Quantität sowie Qualität waren mehr als zufriedenstellend. Der 2020er Jahrgang wird sich sehr fruchtig und harmonisch zeigen.

Weißwein: Das 2020er-Jahr hatte keine extremen Temperaturspitzen, dadurch sind die Weine sehr frisch und lebendig was uns besonders freut.

Im Rotweinbereich, wo auch unser Fokus liegt, profitieren wir sehr vom späten Erntestart. Wir hatten dadurch eine nahezu perfekte physiologische Reife. 


Salzl Christoph, Weingut Salzl | Illmitz Das Vegetationsjahr 2020 begann sehr trocken mit wenig Niederschlägen. Glücklicherweise hatten wir im Sommer keine extremen Hitzeperioden, und auch die Nächte waren kühl, was sowohl den Weißweinen als auch den Rotweinen zugutekam. Dementsprechend konnten wir alle Trauben bei schönem Wetter in gesundem und physiologisch reifem Zustand ernten, bevor im Spätherbst der Regen kam. Die Weißweine präsentieren sich sehr fruchtig mit einer schönen Frische, und auch die Roten haben eine intensive Frucht mit viel Würze. Alles in allem ein schön anzutrinkender Jahrgang, nicht zu schwer und sehr elegant. 


Harald Tremmel, Weinbau Tremmel | Rust Aufgrund der geringen Niederschläge im Winter und der Vegetationsperiode im Raum Rust waren die Erträge in den Weingärten eher bescheiden. Bei den Weiss- und Rotweinen konnte sehr gesundes Traubenmaterial nach Hause gebracht werden. Die Mostgradationen kletterten nicht wie in den letzten Jahren übermäßig rasch in die Höhe, und erreichten bei den meisten Sorten nicht das Niveau vergangener Jahre - die Weine sind fruchtbetont charmant mit moderatem Alkoholgehalt. Die Edelfäule kam sehr spät sodass mit der Prädikatsweinernte 2020 erst im Dezember begonnen wurde. Erstmals in unserem Betrieb wurde die Ernte mit einem Eiswein am 12.1.2021 abgeschlossen.


Günter Triebaumer, Weingut Günther und Regina Triebaumer | Rust Auf einen Witterungsverlauf, wie den des 2020ers kann sich wahrscheinlich niemand erinnern. Im Frühling war es so trocken, dass beim bloßen gehen durch den Weingarten hinter einem eine Staubwolke entstand. Es folgte ein recht feuchter Spätsommer und ein Spätherbst, der von einer sehr markanten Südwindsituation geprägt war. Daraufhin erlebten wir den vielleicht luftfeuchtesten Herbst seit Menschengedenken. Die trockenen Weißen glänzen mit Feinfruchtigkeit und Eleganz. Die Rotweine zeigen sich tiefdunkel und keinesfalls zu wuchtig.

Glücklicherweise konnten wir auch einen reinsortigen Ruster Ausbruch vom Muskateller einbringen und letztlich erfolgte am 12. Jänner noch die wohl umfangreichste Eisweinernte, die es in Rust je gab.


Gerhard und Herbert Triebaumer, Weingut Ernst Triebaumer | Rust Nach dem sehr trockenen Winter schloss sich eine Vegetationsperiode an, die ebenfalls durch ausbleibende Niederschläge geprägt war. Der dadurch bedingt zu schwache Wuchs, machte eine umfassende Ertragsreduktion notwendig, dann ernteten wir aber einen kleinen, feinen Ertrag optimaler Trauben. 

Die perfekt physiologisch reifen Weiß- und Rotweintrauben ergaben Weine von großer  Präzision. Im Oktober und November nahm die Botrytis eine rasche Entwicklung aber durch jetzt anhaltendes Regenwetter erfolgte keine Schrumpfung. Erst Ende Dezember konnten homöopathische Mengen vom Ruster Ausbruch geerntet werden.  Aus den Trauben, die die Ausbruchreife nicht erreichten, konnte in Rust am 12.1.21 Eiswein geerntet werden. 

Der Klimawandel leitet sich nicht wie so oft kommuniziert, allein aus den gestiegenen C02 Emissionen ab, sondern hat seine Ursachen auch in einer geänderten Landnutzungsform, die geprägt ist von industrieller Landwirtschaft, Verbauung und Entwaldung. Er zeigte sich auch heuer wieder durch viel zu stabile Großwetterlagen und ist die finale Herausforderung an die Menschheit. 


Hans Tschida, Angerhof Tschida, Illmitz Wir sind sehr zufrieden mit dem Jahrgang 2020, rückblickend kann man sagen, dass es zu Beginn sehr trocken war und wir schon einmal vor der Blütezeit bewässert haben, doch später gab es dann ausreichend Regen und es wurde daraus ein optimales Jahr mit exzellenten Weiß- und Rotweinen. Eiswein konnte am 12. Jänner 2021 gelesen werden und hat Top Qualität. Botrytis Weine waren schwieriger zu produzieren, da es sehr regnerisch war, doch entstanden sind qualitativ sehr hochwertige Weine.


Georg Wellanschitz, Weingut Wellanschitz, Neckenmarkt Der Winter und vor allem das Frühjahr waren ja sehr trocken. Somit sind wir schon mit einem gewissen Rückstand in der Wasserversorgung gestartet. Auch gab es in einigen Lagen zum Teil Frostschäden. Und im Mai kam dann noch Hagel, vor allem in unseren Hochberglagen. Zum Glück gab es dann nach der Trockenheit im Frühjahr im Sommer immer wieder Regen (man kann sagen immer genau zur richtigen Zeit). Wir haben ja im letzten Jahr erstmals unsere gesamte Fläche biologisch bewirtschaftet. Wir hatten keine Probleme mit Pilzkrankheiten und konnten dann sehr gesundes Traubenmaterial ernten. Die Lese startete bei uns am 10 September. Bei der Lese der Weißen Trauben (für unsere Kolfokweine) war es noch sehr warm und wir hatten zu tun um das Traubenmaterial zu kühlen um eine gewisse Säurestruktur zu erhalten.

Die Weine erweisen sich als sehr schön strukturiert.  Bei den Rotweintrauben (bei uns hauptsächlich Blaufränkisch) konnten wir die Ernte vor den großen Regenmengen im Oktober abschließen. Die Gradation war überdurchschnittlich gut. Nur minimal geringer als im Jahr 2019 und die Menge in unserem Betrieb um 15 Prozent höher. 

Die Rotweine sind aktuell sehr fruchtig und nicht ganz so tanninreich wie 2019, weisen aber einen sehr schönen typischen Sortencharakter hervor. Die klassischen Weine erweisen sich schon jetzt als harmonisch und zugänglich. Auch die strukturierten Weine werden früher reifen und eine nicht allzu lange Holzfasslagerung brauchen.

 

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