Statements zum Jahrgang 2018

Birgit Braunstein, Purbach
Ein großartiger Ausnahmejahrgang, so kann man den Jahrgang 2018 bezeichnen. Große Hitze und ein sehr früher Erntebeginn waren die signifikanten Merkmale. Der mineralische Boden des Leithabergs bringt den konzentrierten Weinen Frische und Mineralität. Ein spannender Jahrgang also mit Dichte und Trinkvergnügen: Vormerken!

 

Bernhard Fiedler, Grenzhof Fiedler, Mörbisch
Der kalte März 2018 ließ uns auf ein normales Jahr hoffen, aber schon im April und Mai führten hochsommerliche Temperaturen zu einem enormen Entwicklungsvorsprung der Reben. Am Ende wurde es der früheste Lesebeginn aller Zeiten Mitte August, mit dem es uns trotz früher Reife und hohen Temperaturen gelang, elegante Weißweine zu keltern. Noch besser sind sicherlich die Roten, denen der Regen Anfang September nichts anhaben konnte. Eine feine Auslese machte dann im Oktober den Jahrgang komplett.

 

Horst Gager, Deutschkreutz
Das der Jahrgang 2018 ein sehr heißer und trockener Jahrgang war, brauche ich wahrscheinlich nicht erwähnen. Infolge des heißen und trockenen Spätsommers stockte etwas die Zuckerreife, jedoch ging die physiologische Reife (Umwandlung Apfelsäure in Weinsäure am Rebstock) gut vor sich hin. Das Ergebnis sind Weine mit moderatem Alkoholgehalt, enormer Dichte und Struktur. Weine, welche bereits in jungen Jahren gut antrinkbar sein werden, was jedoch in keinster Weise das Lagerpotential beeinträchtigen wird.

 

Martin Gangl, Illmitz
Ein schöne durchzogene Vegetationszeit und ein heißer Sommer im Juli und August ergab es eine wunderschöne Fruchtaromatik. Aber auch eine enorme Herausforderung im Keller. Wer diese Aufgaben gemeistert hat, hat ein schönes Glas Wein, in der Hand und zum Verkauf.      

 

Weingut Jalilts, Badersdorf
Aus seiner Sicht gibt es für den heurigen Jahrgang keine Schwächen. Der große Gewinner ist der Blaufränkisch. Die Rotweine sind durchwegs sehr kräftig mit einer schönen Tanninstruktur trotzdem aber sehr fein und elegant. Die Weißweine sind frisch, fruchtig und lebendig mit einer überraschend schönen Säure. Kurz gesagt: der Jahrgang 2018 ist einer der besten Jahrgänge seit 2011.

 

Axel Stieglmar, Weingut Juris, Gols
Der Jahrgang 2018.
Jedes Jahr im Herbst zur Weinlese besuchen uns Millionen von Staren. Heiß begehrt sind die süßen Trauben des Burgenlandes die zu dieser Zeit reif werden. Nun, dieses Jahr sind sie leer ausgegangen. Die früheste Ernte seit Menschengedenken hatte zur Folge, dass die Lese schon größtenteils vorbei war, als die Vögel ankamen. Die Trauben waren schon gelesen und vergärten bereits in den Kellern der Weingüter. Eine glückliche Fügung denn dieser Jahrgang kann durchaus auch mit weiteren Superlativen aufwarten. Nicht nur die früheste Lese, auch mengenmäßig konnte man aus dem Vollen schöpfen. Die Qualität war hervorragend, geringer Krankheitsdruck und gute Reifeverhältnisse zauberten so manches Lächeln auf die Lippen der Winzer.

 

Stefan Kaiser, Magdalenenhof, Kleinhöflein
2018 war für unseren Betrieb ein sehr außergewöhnliches Jahr. Durch den langen und warmen Sommer wurde bei uns im Weingut so früh wie noch nie geerntet. Für unseren Familienbetrieb hat das bedeutet, dass wir schon früher als gewohnt sehr auf die Zuckergrade der Trauben achten mussten, um einen Jahrgang zu erhalten, der eine schöne Balance zwischen Frucht und Alkoholgehalt mit sich bringt. Das ist uns auch gut gelungen. Das Resultat sind frisch-fruchtige Weine, wie Grüner Veltliner und Muskat Ottonel aber auch kraftvolle und duftige Weine wie Chardonnay und Weißburgunder.

 

Markus Kirnbauer, K+K Kirnbauer, Deutschkreutz
Das Mittelburgenland war durch die Ausläufer der starken Niederschläge in der Rax-Semmering-Region im Frühjahr und Sommer immer gut mit Wasser versorgt und ließ eine tolle Vegetation zu. Der Sommer verlief nahezu perfekt und selbst auf leichteren Böden waren keine Trockenschäden zu verzeichnen. Schäden durch Hagel waren gering oder stark regional begrenzt, doch Ende August trat der „worst case“ ein: Hagel auf reife Trauben – das war sehr bitter für Winzer ohne Hagelschutznetze. Die frühe Ernte von sensationellem Traubengut lässt einen reifen, saftigen, aromatischen, kurz gesagt: einen „großen“ Rotweinjahrgang erwarten.

 

Andi Kollwentz, Großhöflein
Ein langer Winter mit Minustemperaturen bis in den März sorgte für einen späten Austrieb.
Der milde April sowie der sommerliche Mai und Juni verwandelten den Rückstand in der Vegetationsentwicklung in einen Vorsprung, sodass wir bald etwa zehn Tage voraus waren. Dementsprechend intensiv war die Arbeit in den Weingärten. Die Reben litten dank einiger Gewitterregen selbst im heißen Sommer nie unter Trockenheit und die Reife ging immer weiter, sodass wir das Umfärben der Rotweintrauben bereits Mitte Juli beobachten konnten.
Der Lesebeginn war so früh wie nie. Am 23. und 24. August wurde der Pinot Noir in der Ried Dürr gelesen. In der folgenden Woche kam der Sauvignon Blanc an die Reihe. Anfang September brachte der Regen die schon ersehnte Abkühlung. Danach ging es im Wochentakt mit Zweigelt, den Chardonnays und den Blaufränkischen bei bestem Lesewetter voran. Ende September konnte auch noch der Cabernet und am 9. Oktober eine Trockenbeerenauslese vom Chardonnay geerntet werden. Gesunde, vollreife Trauben bescherten uns einen großartigen Jahrgang in Weiß, Rot und Edelsüß!

 

Stefan Landauer, Rust
2018: Warm, heiße und mit Regen immer gut versorgte Vegetations- und Reifezeit. Die früheste Lese aller Zeiten, brachte Vollreife und gesunde Trauben. Eines der größten Jahre in den 2000ern.

 

Hans Moser, St. Georgen/Eisenstadt
Der frühe Austrieb und kein Spätfrost waren so weit ok. Danach hatten wir mit der Laubarbeit alle Hände voll zu tun. In 3-4 Wochen gab es in den Weingärten das Wachstum von gut 6-8 Wochen. Blüte und Traubengesundheit waren ok, die Niederschläge am absoluten Minimum. Die Junganlage in der Riede Hummelbühel musste bewässert werden. Vom 28.8. bis 28.9. brachten wir einen hervorragenden Jahrgang in den Keller – Top in Weiß/Rot und Süß.

 

Christoph Münzenrieder, Apetlon
Durch die vielen Sonnentage sind die 2018er Weißweine niedriger in der Säure, fein fruchtig und wunderbar cremig. Die Rotweine sind kräftig in der Farbe mit viel Druck und reifem Tannin. Für Hochprädikate war es ein sehr schwieriger Jahrgang, da durch wenig Niederschlag die Traubenschalen sehr dick waren und der Botrytispilz, welcher sich aufgrund der fehlenden Feuchtigkeit erst sehr spät entwickelt hat, diese fast nicht durchdringen konnte um die Trauben zu dehydrieren.  Die eher kleineren Mengen an TBAs die dann noch geerntet wurden, sind aber sehr fruchtbetont und elegant. Auch die kleinen Mengen an Eiswein sind qualitativ sehr hochwertig. 

 

Andreas Nittnaus, Gebrüder Nittnaus, Gols
Langanhaltende Hitze im Sommer, sehr frühe Traubenreife und außergewöhnlich warme Temperaturen bei der Lese, waren die großen Herausforderungen des Jahrgangs 2018. Diese konnten wir durch die immer größer werdende Erfahrung mit heißen Jahrgängen und passende Maßnahmen erfolgreich meistern. Die Ergebnisse von Weiß- bis Rotwein sind typisch burgenländisch: fruchtbetont, charaktervoll und gleichzeitig charmant. Noch dazu gab es beim Süßwein durch eine erfolgreiche Eisweinernte ein spätes, aber erfreuliches Ende des Jahrgangs im Jänner.

 

Bernd Nittnaus, Gols
Der 2018er Jahrgang war in vielen Dingen herausragend. Wir freuen uns über eine gute Traubenmenge, je nach Sorte und Boden unterschiedlich, und über eine durch die heißen Sommertage unterstütze Reife. Milde, reife, teils tanninreiche Weine aus dem Burgenland erwarten ihren Genießer.

 

John Nittnaus, Gols
Leicht verzögerter Austrieb im Winter, aber dann sehr warm, was zur Blüte bereits Vorsprung brachte. Heiß, aber dazwischen Regen - interessanterweise meist vom Osten kommend. (d.h. Leithaberg trocken, Mönchhof, Halbturn viel feuchter) Frühe Verfärbung, sehr frühe Reife. Hohe Zuckergrade trotz mengenmäßig reicherem Jahr durch gute H20 Versorgung. Exzellente Qualitäten!

 

D. Pachinger, Sankt Georgen am Leithagebirge
Einem normalen Austrieb, folgte eine sehr warme, rasante Vegetationsentwicklung. Niederschlag gab es nicht übermäßig viel, aber auch nicht zu wenig! Die 2018er Weißweine spiegeln den warmen Jahrgang in der intensiven Farbe und der milden, zugänglichen Säure. Sogar spätreife Rotweinsorten erreichten optimale, physiologische Reife und werden in Zukunft noch viel Freude machen. Bleibt abzuwarten ob und wie sich die extrem schnelle Vegetation auf das Reifepotential der Weine auswirkt. Wir sind gespannt!

 

Hannes Reeh, Andau 
Qualitativ und quantitativ waren wir mit dem Jahrgang wirklich sehr zufrieden! 2018 war ein sehr heißes Jahr mit Niederschlägen zum richtigen Zeitpunkt. Trotz Berücksichtigung der Aromareife hatten wir den frühesten Erntestart der uns bekannt ist.  Ein Jahrgang der absolutes Reifepotential verspricht!

 

Josef Reumann, Deutschkreutz
Sehr frühe Blüte, heißer, trockener Sommer, leider in einigen Lagen Hagel, sehr frühe Ernte. Letztlich in den nicht vom Hagel betroffenen Lagen vollreife, gesunde Trauben. Weine sehr vollmundig mit reifen Tanninen und sehr dunkler Farbe.

 

Weingut Scheiblhofer, Andau
Der Jahrgang 2018 ist mit 1 Wort zu beschrieben: Sensationell. Er war geprägt von Wärme & Sonnenschein in Kombination mit optimierten Niederschlägen im 14-Tage-Rhythmus. Die Gesundheit und Reife der Trauben bei der Ernte selbst war beispiellos.

 

Georg Schmelzer, Horst & Georg Schmelzer, Gols
Es handelt sich wie schon viel dokumentiert um einen sehr guten Jahrgang in Bezug auf Menge und Qualität. Die Säurewerte sind etwas niedriger (bei zeitgerechter Ernte – Weißweine schon August – bis Anf. September aber absolut o.k.)
Die Weißweine präsentieren sich sehr fruchtig, geschmeidig – toller Jahrgang bestimmt bei kräftigeren Weinen. Bei den eher leichten jugendlich gewünschten – mal abwarten wie sich diese in den nächsten Monaten entwickeln – jetzt aber traumhaft.
Bei den Rotweinen- Diese zeigen sich jetzt der Zeit entsprechend traumhaft – schöne Frucht (wirkt in der Nase fruchtsüß sehr anregend), am Gaumen meistens sehr reif, erinnert an Extraktsüße obwohl trocken. Dürfte ein toller Jahrgang werden.
Süßweine:  Spätlese – wunderschön (Säure- Frucht, Geschmack), Beerenauslese war heuer gut möglich sind sehr schön, Trockenbeerenauslesen (vereinzelt Bovier… im September-Oktober) sind erst sehr spät gegangen (bei uns im Dezember) = ist wunderschön. Eiswein war mit der warmen Witterung schwer, dann sehr spät - kein schönes Traubenmaterial (ausgewaschen- Fäulnis…) und wenig Menge.

 

Johann Schwarz, Andau
Wir hatten dieses Jahr unsere Weiß- und auch Rotweine so früh geerntet wie noch nie zuvor. Mit der Lese der weißen Sorten waren wir bereits im August fertig und im September auch mit den Rotweinen. Qualität und Quantität der Trauben waren dieses Jahr spitze und wir blicken hoffentlich auf einen sehr guten Jahrgang vor. 

 

Peter Szigeti, Sektkeller Szigeti, Gols 
Aus der Sicht des „Sektproduzenten“ war der Jahrgang 2018 ein ganz hervorragender.  Viel Arbeit im heißen Sommer war nötig, wie die jungen Trauben zu reduzieren und auch ein teilweises Entblättern der Reben auf der Schattenseite um die gut wachsenden Reben auf Qualität zu trimmen. 
Der Erntezeitpunkt war für uns sehr wichtig, um reife und gesunde Trauben mit der entsprechenden knackigen Säure zu ernten. Auch wurde in den letzten Nachtstunden bis in den frühen Morgen geerntet um die Trauben halbwegs kühl in die Presse zu bekommen.
Die Grundweine präsentieren sich mit einer wunderbaren, aromatischen Frucht, viel Geschmack und Kraft. Die Säure ist harmonisch und elegant, ein perfekter Sektgrundwein!

 

Erwin Tinhof, Trausdorf
Früheste Weinlese seit Menschengedenken!  Beginn am 14. August und Ende am 20. September. Völlig gesunde und  reife Trauben geerntet mit ca. 15 % mehr Ertrag als in den letzten Jahren! Auch Beerenauslese vom Neuburger konnte schon am 18. Oktober gelesen werden!

 

Harald Tremmel, Rust
Weinjahr 2018 - extrem frühe Ernte, erstaunliche Frucht! Im Raum Rust war der Niederschlag zwar bescheiden, verglichen mit der Vegetationsperiode 2017 kam der Regen aber doch hin und wieder zur rechten Zeit über das Ruster Hügelland.
Die Skepsis bezüglich der Fruchtaromatik war spätestens nach Beendigung der Gärungen verflogen. Die Roten zeigen eine außergewöhnliche Dichte. Abgerundet wurde die Ernte mit einem Ausbruch vom Grauburgunder und Muskateller - sodass wir sagen können, dass es Topqualtitäten in allen Bereichen gibt.

 

Günter Triebaumer, Rust
Das Weinjahr 2018 brachte eine große Ernte mit Spitzenqualitäten - ein echter Bauernjahrgang eben.

 

Franz Weninger, Weingut Weninger, Horitschon
Jeder Jahrgang ist einzigartig. Dass der 2018er aufgrund der Trockenheit und Hitze gewöhnlich werden würde, war ja nicht zu erwarten. So hat die „früheste Lese ever“ auch bei uns bereits am 27. August begonnen. Wir starteten mit den Frühsorten Pinot Noir und Sankt Laurent, die durchaus herausfordernd waren. Einerseits trat die Endreife sehr schnell ein, sodass die Beeren auf den Südseiten rasch reif und weich wurden. In den kühleren Bereichen zeigten sich jedoch auch einige grüne Noten. Der Regen Anfang September machte die Sache nicht einfacher - die von der Sonne erweichten Schalen wurden etwas in Mitleidenschaft gezogen. So wird 2018 bei den Frühsorten kein großer, doch solider Jahrgang.
Sehr zufrieden sind wir mit dem Zweigelt sowie mit der ersten Ernte unserer Furmint-Lagen. Während dieser in Ritzing früh gelesen werden musste und sich kalkig-trocken präsentiert, bescherte uns der „Steiner“ vollreife Furmint-Trauben mit beinahe exotischen Aromen. Bei der Blaufränkisch-Lese waren heuer die steinigen Lagen im Vorteil. Steiner, Kalkofen, Kirchholz und Bodigraben brachten Trauben mit guter Säure und Alkohol in den Keller. Die Ernte ist nicht nur die früheste sondern auch die kürzeste in unserer Geschichte.
Alle Lagenweine reifen heuer in Großfässern. Wir sind gespannt, wie sich das Klima weiter verändert und welche Herausforderungen wir damit haben.

 

 

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