Weinjahr 2018: sehr früher und vollreifer Jahrgang

WEINJAHRGANG 2018 IM JAHRESVERLAUF

Der Austrieb der Weinreben begann heuer etwas später, weshalb es im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren zu keinen Spätfrostschäden kam. Die kurz nach dem Austrieb einsetzende Hitzewelle im April und im Mai führte zu einer der frühesten Rebblüten, seit es Aufzeichnungen gibt. In den meisten Weinbaugebieten war die Rebblüte noch im Mai abgeschlossen, was den enormen Vegetationsvorsprung von zwei bis drei Wochen im Vergleich zu einem Normaljahr begründete.

Nach einigen Niederschlägen startete dann auch der Weinbau, wie andere Kulturen, in einen heißen und trockenen Sommer. Trockenheit und lange Hitzeperioden weit jenseits der 30-Grad-Celsius-Marke brachten vor allem Weingärten auf seichtgründigen Böden und Junganlagen an die Belastungsgrenze. Bewässerungsanlagen waren, wo vorhanden, im Dauereinsatz, und die Winzer setzten alle weinbautechnischen Maßnahmen, um dem Trockenstress gegenzusteuern. So wurden bei Junganlagen vielfach die Trauben abgeschnitten, um die Rebstöcke vital zu halten.

In vielen Gebieten kam es punktuell immer wieder zu Niederschlagsereignissen in Form von Starkregen und Gewittern. Es gab auch einige wenige Hagelschläge, wie z. B. im Spitzer Graben, im Mittelburgenland und in einigen Regionen der Steiermark.

Aufgrund der trockenen Witterung und des raschen Vegetationsverlaufes gab es dafür im heurigen Vegetationsjahr praktisch keinen Krankheitsdruck in Form von Pilzkrankheiten.

 

WEINJAHRGANG 2018: ERWARTUNGEN

Im Burgenland wird aufgrund eines guten Traubenansatzes und auch immer wieder auftretender Niederschläge von einer mengenmäßig guten Weinernte ausgegangen, wobei auch heuer wieder gerade an den Rotwein hohe Qualitätserwartungen geknüpft werden. Nach Schätzungen in allen Weinbaugebieten wird von einer etwas über dem Durchschnitt liegenden Weinernte in der Höhe von 2,6 Mio. hl ausgegangen.

 

LESE HAT BEREITS BEGONNEN

Aufgrund des frühen Jahrganges ist die Lese rund um den Neusiedler See schon im Gange. Punktuell wird auch bereits in den anderen Anbaugebieten geerntet. In den Rotweingebieten des Mittel- und Südburgenlandes sowie wird die Lese in der ersten Septemberwoche beginnen.

 

FACTS ZUM JAHRGANG 2018

Sehr heißer Jahrgang, eine der frühesten Weinlesen seit Jahrzehnten

Höhere Alkoholgehalte, weniger Säure

Einige wenige Hagelschläge, praktisch keine Pilzkrankheiten

Erwartete Erntemenge: 2,6 Mio. hl (vgl. 15-Jahres-Schnitt: 2,4 Mio. hl)

Burgenland: gute Menge, sehr gute Rotweine möglich

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